{"id":10,"date":"2012-06-20T15:48:47","date_gmt":"2012-06-20T13:48:47","guid":{"rendered":"http:\/\/stevefrontera.de\/2012\/06\/20\/warja-in-italien\/"},"modified":"2012-07-25T21:16:07","modified_gmt":"2012-07-25T19:16:07","slug":"warja-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stevefrontera.de\/?p=10","title":{"rendered":"warja in italien"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Inzwischen war es Mitte Oktober des Jahres 95 geworden. Warja verblieben bis zum Beginn des Semesters nur noch wenige Tage. Sie musste sich B\u00fccher und Hefte beschaffen, die insgesamt 200.000 Lire kosteten. Jeden Nachmittag besuchte sie das kleine Cafe in der N\u00e4he ihrer Unterkunft und nahm einen Cappuccino zu sich. F\u00fcr Lebensmittel hatte sie in einer Woche \u00fcber 100.000 Lire ausgegeben. Au\u00dferdem hatte sie sich ein h\u00fcbsches rotes Kleid gekauft. Nach kurzer Zeit hatte sie <span>\u00a0<\/span>einen gro\u00dfen Teil ihres Geldes verbraucht<\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja hatte Grigori versprochen, ihm einmal pro Monat einen Brief zu schreiben. Die Briefe sollten an das Gesch\u00e4ft in Pavlovka adressiert sein, damit sie Grigoris Ehefrau Alexandra nicht in die H\u00e4nde fallen k\u00f6nnten. Grigori hatte Warja zugesagt,<span>\u00a0 <\/span>ihr pro Quartal eine Million Lire zu \u00fcberweisen. \u0084 Sei sparsam mit dem Geld, das ich dir dagelassen habe, ich bin kein Kr\u00f6sus\u0093, so hatte er ihr bei der Verabschiedung am Flughafen geraten. Kaum war Grigori wieder in Russland, erreichte ihn ein Brief in dem unter anderem zu lesen war: \u0084 Ich danke dir f\u00fcr deine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, doch Italien ist teuer, ich habe mein Geld innerhalb von wenigen Tagen ausgegeben, bitte \u00fcberweise mir zwei Millionen Lire.\u0093 Grigori sah die Gefahr, seine Geliebte k\u00f6nne wieder auf den Strich gehen, deshalb entschloss er sich, ihr das Geld zu senden.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Es dauerte nicht lange, bis Warja einen jungen Lover fand. Es geschah, als sie alleine auf der Piazza vor dem gro\u00dfen Dom stand. Fasziniert vom gigantischen Bauwerk, in Tr\u00e4umen versunken stand sie da. Ein junger Mann mit dunklem lockigem Haar sprach sie an.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><font face=\"Times New Roman\"><span style=\"font-size: 11pt\">\u0084 Ciao, wie geht\u00b4s, wie hei\u00dft du?\u0093 fragte er. Der junge Mann war selbst \u00fcberrascht, als Warja ihm zul\u00e4chelte und sich auf einen Cappuccino einladen lie\u00df. Sie liebte den Duft des gepressten Kaffes, sie liebte den Charme, mit dem sich die italienischen M\u00e4nner bewegten. \u0084 Mein Name ist Warja\u0093, sprach die Zwanzigj\u00e4hrige. <\/span><span style=\"font-size: 11pt\" lang=\"IT\">\u0084 Sei Tedesco?\u0093 fragte der junge Italiener.\u0084 No, russi!\u0093 <\/span><span style=\"font-size: 11pt\">Der junge Mann sch\u00fcttelte zun\u00e4chst den Kopf, dann l\u00e4chelte er. \u0084 Du bist die erste Russin, die mir hier in Firenze begegnet ist. Erz\u00e4hle mir ein wenig von deinem Heimatland!\u0093 <o:p><\/o:p><\/span><\/font><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Der junge Mann stellte sich mit dem Namen Roberto vor.<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span>\u0084Ich bin Student der Elektrotechnik.\u0093 Die junge Russin war begeistert vom charmanten Auftreten des Italieners. Er schien ein zur\u00fcckhaltender und gebildeter Mensch zu sein.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span>\u0084 Ich werde dir, wenn du Lust hast, morgen die Umgebung der Toskana zeigen. Ich werde dich abholen\u0093, schlug Roberto vor.<span>\u00a0 <\/span>Am n\u00e4chsten Tag fuhr Roberto mit seinem alten rostroten Fiat Regata vor, es folgte eine Fahrt durch die H\u00fcgel der Toskana zu einem abgelegenen Parkplatz. In Kessel des Arnotals, im Zentrum der Stadt hatte ein schw\u00fcl warmes Wetter geherrscht. Auf den H\u00fcgeln dagegen wehte ein sanfter, frischer Wind. Zypressen, Olivenb\u00e4ume und Hartlaubb\u00fcsche, insgesamt eine v\u00f6llig andere Vegetation, wie sie Warja von Russland kannte, bestimmte die Natur. Es war eine abwechslungsreiche Vielfalt, die der von Russland gewohnten Weite entgegen stand. Auf einem H\u00fcgel stand ein Schl\u00f6sschen, mit zart rosa get\u00fcnchter Fassade. Es war Sp\u00e4therbst, die Weinlese war zum gr\u00f6\u00dften Teil abgeschlossen. Die Weinst\u00f6cke begannen ihre Bl\u00e4tter zu verlieren, sie wirkten ohne ihre Reben nackt. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084Ist es nicht herrlich hier\u0093, wiederholte Warja immer wieder. Roberto, der in dieser Gegend aufgewachsen war, nahm die Sch\u00f6nheit der Landschaft weitaus weniger bewusst wahr. Er blickte w\u00e4hrend der Autofahrt immer wieder kurz zur Seite, um Warja ins Gesicht blicken zu k\u00f6nnen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Roberto trug eine hell beige Sommerhose aus Baumwolle und ein gr\u00fcn lila gestreiftes Polohemd. Seine Gesichtsz\u00fcge waren angespannt, die Bewegungen nerv\u00f6s. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span>\u0084 Du bist ein Engel\u0093, sprach er und begann, nachdem er den Wagen abgestellt hatte, Warjas blondes Haar zu streicheln. Kurze Zeit sp\u00e4ter k\u00fcsste er die junge Russin. Sie sehnte sich sehr nach einem jugendlichen K\u00f6rper, nachdem sie fast ein Vierteljahr anhaltend mit keinem anderen Mann als Morjakin geschlafen hatte. Der 22- j\u00e4hrige Roberto hatte einen kr\u00e4ftigen, jedoch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig muskul\u00f6sen K\u00f6rper. Es war ein erotischer junger K\u00f6rper, so gro\u00dfz\u00fcgig und liebensw\u00fcrdig Grigori Morjakin auch gewesen sein mag, sein Bauch war wabbelig und sein Gesicht zeigte bereits deutliche Spuren des Alters. Tiefe Falten hatten sich im Bereich der Augen gebildet.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Nach einem Spaziergang durch die H\u00fcgel machte Roberto den Vorschlag, zur\u00fcck nach Florenz zu fahren. \u0084 Kommst du noch ein wenig zu mir in meine kleine Studentenbude?\u0093 fragte er Warja. Die junge Russin sehnte sich sehr nach k\u00f6rperlicher Liebe und zeigte sich sofort einverstanden. Roberto bewohnte ein winziges Appartement eines siebenst\u00f6ckigen Betonblocks nahe der Stadtmitte, sein Studierzimmer mochte gerade 12 qm gro\u00df sein. Roberto bereitete f\u00fcr seinen Gast ein Pfund Spagetti mit Tomatensauce <span>\u00a0<\/span>zu. Nach der ausgiebigen Mahlzeit zwinkerte der junge Mann Warja zu und wendete seinen Kopf. Sein Blick fiel nun auf das schmale mit blauem Stoff \u00fcberzogene Bett. Warja verstand dies als stumme Aufforderung. Sie erlebte zusammen mit Roberto z\u00e4rtliche und lustvolle Stunden. Das Spiel der Zungen stillte vor\u00fcbergehend Warjas uners\u00e4ttlichen Hunger nach Liebe. Roberto ber\u00fchrte Warjas Br\u00fcste z\u00e4rtlich und dachte: \u0084Eine Traumfigur. Dieses M\u00e4dchen sieht aus wie ein Modell aus den Zeitschriften. Ich habe mir Zeit meines Lebens ein h\u00fcbsches M\u00e4dchen gew\u00fcnscht. Welch ein Gl\u00fcckspilz bin ich doch.\u0093 Roberto k\u00fcsste Warjas Brustwarzen er nuckelte daran wie ein S\u00e4ugling. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Die junge Russin trug einen roten, mit R\u00fcschen verzierten, Tanga-Slip, der <span>\u00a0<\/span>f\u00fcr Roberto interessantesten K\u00f6rperteil noch verh\u00fcllte. Ihre Haut war zart, von elfenbeinfarbenem Ton. Leberflecke und Sommersprossen waren nicht vorhanden.<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warjas Beine erschienen in Robertos Augen androgyn. Langsam zog Roberto den Slip seiner Freundin herunter und das K\u00f6rperteil, das Warja eindeutig zum weiblichen Wesen machte, kam zum Vorschein. F\u00fcr Roberto waren ihre Schamlippen sch\u00f6ner als jede Blume, sch\u00f6ner als jeder Mund. Rot, die Farbe mit der Natur geizig ist.<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja st\u00f6hnte. \u0084 Fick mich!\u0093 rief sie mit ged\u00e4mpfter und dennoch nachdr\u00fccklicher Stimme. Bevor Roberto in sie eindrang, ber\u00fchrte er Warjas Klitoris f\u00fcr ein paar Sekunden mit der Zunge. Der w\u00fcrzig weibliche Geruch ihres Geschlechts, f\u00fchrte Roberto in den siebten Himmel der sexuellen Lust. Die Tropfen ihrer Scheidenfl\u00fcssigkeit auf der Zunge zu sp\u00fcren waren ein besonderer Genuss der besonderen Art. Der Geschlechtsakt selbst dauerte nur wenige Sekunden. Schon nach wenigen St\u00f6\u00dfen ergoss sich die wei\u00dfe Fl\u00fcssigkeit in Warjas schlanken K\u00f6rper. Warja richtete sich auf, sie hatte am vergangenen Tag ihre Periode gehabt, eine Schwangerschaft war nicht zu erwarten. Trotzdem ergriff sie ein Papiertaschentuch und wischte sich den Samen aus ihrem Unterleib.<span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Am folgenden Tag unternahmen die beiden einen Stadtbummel. Warja war hingerissen von der gigantischen Kuppel des Doms, eine vergleichbar gro\u00dfe Kirche hatte sie noch nie besucht. Die profanen Dinge, die in den Schaufenstern ausgestellt waren, faszinierten sich allerdings noch mehr. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">In die Schaufenster zu blicken, bedeutete f\u00fcr Warja einen st\u00e4ndigen Verzicht, die Vielzahl der Waren, erweckten in ihr eine Gier nach den Konsumg\u00fctern. Es wurde zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit ein Auto zu fahren und ebenso gut wie die Italienerinnen gekleidet zu sein. Doch das Geld, das ihr Grigori \u00fcberwies, reichte gerade zur Deckung der Grundbed\u00fcrfnisse. Auch ihr Freund Roberto musste sparen, er musste mit 500.000 Lire, die er von seinem Vater, einem mittleren Beamten bekam, auskommen. Warja sah t\u00e4glich Dinge, die sie sich nicht leisten konnte, was sie frustrierte. Sie geriet in einen Gewissenskonflikt. Auf der einen Seite wollte sie ein b\u00fcrgerliches Leben beginnen, sie kannte Roberto zwar erst seit ein paar Tagen, doch er schien ein verl\u00e4sslicher Partner zu sein. Nach Abschluss seines Studiums w\u00fcrde er, sofern er einen Job bek\u00e4me, ein gutes Einkommen haben um eine Familie zu gr\u00fcnden. Auf der anderen Seite lockte die Versuchung auf dem Strich t\u00e4glich eine halbe Million Lire zu verdienen. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Es war ein hei\u00dfer Oktobertag, an dem Warja alleine mit ihrem roten Fiat Uno einen Ausflug ans Tyrrenische Meer unternahm. Goldgelber breiter Strand, es roch nach Sonnencreme und Pinien. Ein zweij\u00e4hriges M\u00e4dchen trug einen roten Ball zwischen den Beinen. Ein siebenj\u00e4hriger Bub, vermutlich der Bruder raubte ihr den Ball. Aus einem gl\u00fccklichen Kindergesicht, rannen Tr\u00e4nen. Das Kleinkind stammelte ein paar unverst\u00e4ndliche Worte. Ihr Gro\u00dfvater, ein grauhaariger alter Herr, dr\u00fcckte das kleine M\u00e4dchen an seinen mit Speckr\u00f6llchen versehenen Bauch. Das kleine M\u00e4dchen zog einen Schmollmund. Warja las in ihren Augen, den schmerzhafte Abfindung mit der Situation. Der Schl\u00fcssel zu unserer komplexen Seele liegt in der Kindheit. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Kinder weinen, wenn ihnen etwas weggenommen wird oder wenn sie geschlagen werden. Wie oft raufen Kinder, wie oft streiten sie \u00fcber Gegenst\u00e4nde. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Haben wollen dessen, was die Erwachsenen geschaffen haben. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Ausgesprochene Bosheit, gepaart mit Unbedarftheit, so sind Kinder. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Haben wollen, Spielen und Schaffen, mit diesen drei Verben kann man das spezifisch menschliche der Kreatur, die sich die Welt untertan gemacht hat, bezeichnen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Das Schaffen, das edelste menschlichen Privilegien. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Das Schaffen, das edelste der menschlichen Privilegien. Wie sch\u00f6n, wenn ein Kind ein Bild malt. Ist das haben wollen, das B\u00f6se? <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Im November des Jahres 95 begann Warja mit dem Studium der Romanistik. Am Montag waren vier Stunden Italienisch Sprachkurs angesagt. Der erste Tag an der Universit\u00e4t wurde zu einem Abenteuer. Warja befand sich in einer v\u00f6llig neuen Umgebung. Auffallend viele M\u00e4dchen aus allen L\u00e4ndern der Welt besuchten den Italienischkurs. Unter den vierzig Teilnehmern waren nur sieben Buben. Warja nahm neben einer zierlichen Asiatin Platz. Als sie vielen M\u00e4dchen erblickte, wurde ihr bewusst, dass sie eigentlich nie eine richtige Freundin gehabt hatte. Warja beschloss, an diesem Zustand etwas zu \u00e4ndern. Sie war auf der Suche nach einer Beziehung jenseits der Erotik. Sie wollte das Gef\u00fchl, schlichtweg als Mensch und nicht als Sexualobjekt geliebt zu werden kennen lernen.<span>\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Am Dienstag stand die Vorlesung zur Literaturgeschichte an. Prof. Willi Bichelmeier, ein kleiner dicker S\u00fcdtiroler leitete diese Veranstaltung. Am Mittwoch folgte der Anf\u00e4ngerkurs in Franz\u00f6sisch. Warja hasste vor allem den Donnerstag, vormittags fand ein Seminar zur Sprachgeschichte statt und nachmittags eine Grammatik\u00fcbung. Warja musste nicht nur die Vokabeln der aktuellen Sprache b\u00fcffeln, sondern auch W\u00f6rter und Grammatik aus der Sprache des Mittelalters erlernen. Studieren ist etwas M\u00fchseliges, so dachte sich die Russin, denn sie hatte Schwierigkeiten, die Vielzahl der Vokabeln zu behalten. Besonderen Verdruss bereiteten ihr die Grammatik\u00fcbungen. \u0084Grammatik ist etwas Scheu\u00dfliches. Sie besteht aus Hunderten von Regeln und Vorschriften. Die Muttersprache beherrschen wir, ohne die Bedeutung von Akkusativ und Dativ zu kennen. Wir m\u00fcssen die Konjugationen und Deklinationen nicht auswendig lernen. Wir lernen sie scheinbar spielend, unsere Muttersprache. Schon ein vierj\u00e4hriges Kind spricht in der Regel eine unverkennbare Mundart. Die Erwachsenen dagegen k\u00f6nne eine Fremdsprache nur \u00fcber ein riesiges Sprachtheoriegeb\u00e4ude erlernen. In der gesprochenen Sprache nehmen wir Grammatikfehler anstandslos hin, manchmal begehen wir sie sogar bewusst.\u0093 Warja hasste die Grammatikregeln, wie sie die Vorschriften ihres Vaters gehasst hatte. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Auch Gedichtinterpretationen bereiteten Warja alles andere als Vergn\u00fcgen. Rhythmus und Reim pressen Gedanken und Gef\u00fchle in ein Korsett, so meinte sie. \u0084L\u00b4art pour l\u00b4 art. Die Kunst der Kunst wegen?\u0093 Nein! Nein, die Sprache ist ein Medium, ein Mittel der Kommunikation. Sie ist ein Mittel, das dazu dient, sich selbst und die anderen und die Welt zu verstehen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Die Sprache an sich, kann sie sch\u00f6n, beziehungsweise unsch\u00f6n sein? Warum wird die italienische Sprache von so vielen Menschen als sch\u00f6n empfunden? Ich mag die Silbe lino. Als ich ein achtj\u00e4hriges M\u00e4dchen war, konnte ich im Park unserer Stadt eine italienische Familie beobachten. Zwei kleine Zwillingsm\u00e4dchen, h\u00f6chstens vier Jahre alt, spielten mit einem winzigen schwarz wei\u00df gemusterten Mischlingsh\u00fcndchen. Es war Sommer, Hitze herrschte in Russland. Die beiden M\u00e4dchen trugen lediglich einen pinkfarbenen Bikini. Eines der beiden M\u00e4dchen b\u00fcckte sich, streichelte das H\u00fcndchen und sprach: \u0084Canelino\u0093 Hat mich dieses Erlebnis nach Italien gef\u00fchrt?<span>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Schon vier Wochen nach Beginn der Vorlesungen, lie\u00df Warjas Eifer am Studium der Romanistik nach. Sie w\u00fcnschte sich nun Soziologie zu studieren. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja begann sich selbst als liederliche Person zu sehen, die keine Ausdauer h\u00e4tte, sich im Studium durchzubei\u00dfen und stattdessen das schnelle Geld als Liebesdienerin suchte. Ihr Freund Roberto war sehr stark mit dem Studium besch\u00e4ftigt, trotzdem versuchte er, soviel Zeit wie m\u00f6glich mit Warja zu verbringen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Er h\u00e4tte es vermutlich nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass Warja in Moskau als Hure gearbeitet hatte. Roberto war ein Morgenmensch, er stand gew\u00f6hnlich um sechs Uhr morgens auf und paukte f\u00fcr das Studium. Aus diesem Grund fiel er immer gegen 21 Uhr in tiefen Schlaf, er hatte einfach keine Lust mehr auszugehen. Inzwischen war es auch in Italien tr\u00fcb und herbstlich geworden. Warja lief mit einem dicken Mantel durch die Stra\u00dfen, sie suchte nach einem Platz, wo sie ihren K\u00f6rper zum Verkauf anbieten konnte. Wie eine Marionette wurde sie von einem inneren Zwang bewegt, die Pl\u00e4tze, an denen die Strichm\u00e4dchen herumstanden, aufzusuchen. Sobald sie sich jedoch einem solchen Platz n\u00e4herte, wurde sie verjagt. Geliebt zu werden und damit \u00fcberdurchschnittlich viel Geld zu machen, war f\u00fcr Warja eine positive Erfahrung, die sie aus Russland mitgebracht hatte. Sie sah ihre Kunden nicht als sexgierige seelenlose Wesen, sondern als liebebed\u00fcrftige Menschen. Mit dieser Einstellung war es ihr in Russland gelungen, treue Kunden, es waren zumeist \u00e4ltere M\u00e4nner, zu finden. Sie bot nicht nur ihren K\u00f6rper zum Verkauf an, sondern sie versuchte auch W\u00e4rme und Z\u00e4rtlichkeit zu geben. Als sie von den Stra\u00dfendirnen verjagt wurde, wurde sie von einem ca. vierzigj\u00e4hrigen Mann angesprochen, der ihr 200.000 Lire f\u00fcr eine Nacht bot. Der gro\u00dfz\u00fcgige Freier war etwa 40 Jahre alt, er war mittelgro\u00df und hatte bereits eine Halbglatze. Er stammte aus S\u00fcditalien und hatte gesch\u00e4ftlich mit dem Vertrieb von technischen Ger\u00e4ten zu tun. Er fasste Warjas Hand und meinte: \u0084Komm mit mir ins Hotel.\u0093 Warja folgte ihm, die beiden spazierten durch eine enge, winklige Gasse. In der Gasse befand sich der Eingang zu einem von au\u00dfen unauff\u00e4llig wirkenden Hotel. Die Hotelzimmer waren nach Warjas Geschmack h\u00fcbsch eingerichtet und mit Fernsehen und Radio best\u00fcckt. Hellgraue M\u00f6bel die mit gr\u00fcnen Leisten best\u00fcckt waren bestimmten das Ambiente. Der fremde Mann stellte sich vor: \u0084 Mein Name ist Franco Mazzolini, ich wohne in der N\u00e4he von Neapel. Hast du Neapel schon gesehen?\u0093 \u0084 Ich bin zum ersten Mal in Italien, ich kenne eigentlich nur Florenz, aber ich habe die Alpen gesehen. Es war gro\u00dfartig, durch das Etschtal auf der Autobahn zu fahren. Die steilen schroffen Felsw\u00e4nde links und rechts dieses Tales, einfach gro\u00dfartig. Aber auch die sanften H\u00fcgel der Toskana sind nicht minder sch\u00f6n. Ich liebe sie, die Berge hier in Italien.\u0093 Franco Mazzolini erz\u00e4hlte st\u00e4ndig von S\u00fcditalien, er schimpfte \u00fcber die angeblich m\u00fcrrischen und kleinlichen Mail\u00e4nder. Auf jeden Fall war er sehr stolz, ein Neapolitaner zu sein. Franco setzte sich auf die Bettkante und h\u00e4ngte sein edles dunkelblaues Sakko in den Schrank. Er kn\u00f6pfte sein wei\u00dfes Oberhemd auf, auf seiner Brust waren sehr viele dunkle Haare zu erkennen, die auf Warja erotisch wirkten. Die erotische Spannung l\u00f6ste sich in Luft auf, als Mazzolini sich seiner Hose entledigte. Er hatte d\u00fcnne, ebenfalls stark behaarte Beine. Sein Penis war klein und beschnitten.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Franco wollte nach ein paar eiligen K\u00fcssen schnell zur Sache kommen. Er zog sich ein Kondom \u00fcber und meinte l\u00e4chelnd: \u0084 Wollen wir Liebe machen?\u0093 Das Aufziehen des Kondoms verursachte ein n\u00fcchternes, unromantisches Ger\u00e4usch, der sanfte Geruch von Latex lag in der Luft. Die Benutzung der Pariser, erinnerte Warja gew\u00f6hnlich an die Arbeitswelt, an Markthallen und Fabriken, an das Einwickeln von stinkenden Fischen und technischen Ger\u00e4ten. K\u00f6nnten Kondome sprechen, w\u00fcrden sie sagen: \u0084Ich vertraue Dir nicht! Du k\u00f6nntest ja Aids haben. Du k\u00f6nntest schwanger werden. Wir k\u00f6nnten ein Kind bekommen, das uns aneinander schmiedet, obwohl wir uns nicht lieben.\u0093 <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><font face=\"Times New Roman\"><span style=\"font-size: 11pt\">Warja legte sich auf den R\u00fccken und lie\u00df sich ficken. Er st\u00f6hnte laut: \u0084 Ah!<span>\u00a0 <\/span><\/span><span style=\"font-size: 11pt\" lang=\"IT\">Bella, bella ragazina!\u0093 <\/span><span style=\"font-size: 11pt\">wiederholte er immer wieder und l\u00e4chelte. Der Verkehr bereitete Warja keine besondere Lust. Sie hoffte, Franco w\u00fcrde bald zum Erguss kommen. Nach ungef\u00e4hr drei Minuten war es soweit. \u0084 Ich komme!\u0093 rief Franco und verlangsamte seine Bewegungen. Der Samen ergoss sich in die Spitze des Kondoms.<o:p><\/o:p><\/span><\/font><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084 Geh raus und halte das Kondom fest!\u0093 befahl Warja. Mazzolini zog sein Glied aus Warjas Scheide, ergriff ein Taschentuch, entledigte sich des Pr\u00e4servativs, hielt es f\u00fcr kurze Zeit unter die Lampe wie eine eben gewonnene Troph\u00e4e, machte einen Knoten hinein und warf es mit einer abf\u00e4llig wirkenden Handbewegung in den Papierkorb. Franco l\u00e4chelte freudig, er schien einfach immer zu l\u00e4cheln. Er dr\u00fcckte Warja einen Kuss auf die Wange. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Der selbstbewusste Kaufmann Mazzolini<span>\u00a0 <\/span>strahlte im Verh\u00e4ltnis zu Roberto wesentlich mehr Lebensfreude aus. Roberto litt zu sehr unter dem Druck seines Studiums. Er hatte st\u00e4ndig Angst zu versagen. So sehr er Warja liebte, er konnte dennoch sehr wenig Zeit mit ihr verbringen. \u0084 Mit Roberto habe ich mir einen kleinen Versager eingehandelt\u0093, so meinte sie und ihre Liebe zu ihm erlosch. \u0084Ich muss mich ja nicht gleich an den erst besten Mann binden\u0093, dachte sie. Roberto tat ihr ein bisschen leid, als sie ihn am Morgen nach der Liebesnacht mit Franco Mazzolini beschloss mit Roberto Schluss zu machen. \u0084 Du kannst mich einmal in Neapel besuchen\u0093, schlug Franco vor, der nach dem Mittagessen in seinen BMW 735 stieg und nach Neapel zur\u00fcckreiste. Zuvor gab er Warja eine Visitenkarte, auf dem eine Mobiltelefonnummer stand. \u0084 Ruf mich unter dieser Nummer an, aber nur bis 16 Uhr\u0093, schlug er vor. Warja vermutete, Franco k\u00f6nnte verheiratet sein, nachdem er das gesagt hatte. \u0084 Bist eigentlich verheiratet?\u0093, fragte sie ihn. Franco z\u00f6gerte ein wenig und nickte. \u0084 Ja, aber ich liebe meine Frau nicht mehr, sie ist ein alter herrschs\u00fcchtiger Drachen\u0093, lachte Franco. Er knallte die Autot\u00fcr zu und brauste davon, wobei die Reifen quietschten. Warja machte einen kleinen Stadtbummel. Sie beschloss, sich von den 200.000 Lire, die ihr Franco gegeben hatte, ein sch\u00f6nes Kleidungsst\u00fcck zu kaufen. Warja betrat einen mittelgro\u00dfen Jeans Store. Oberfl\u00e4chlich betrachtet, k\u00f6nnte man meinen, Jeans seien der Ausdruck einer selbst auferlegten Bescheidenheit in der westlichen Welt. Doch es gibt den feinen Unterschied, viele Menschen stehen auf Jeans einer bestimmten Marke. Und diese exklusiven Marken sind teuer. Jeans sind der Versuch, sich im uniformen individuell auszudr\u00fccken. Warja betrachtete die verschiedenen Jeans, es waren Hosen f\u00fcr 20.000 Lire und Modelle von Levis f\u00fcr 160.000 Lire dabei. Warja entschied sich f\u00fcr eine Riffle Jeans f\u00fcr 60.000 Lire und stellte sich die Frage: \u0084 Kaufe ich bei den ganz teuren Hosen in erster Linie die Qualit\u00e4t oder den Markenname?\u0093 Warja erinnerte sich an eine Vorlesung, deren Thema das Buch \u0084 Die kleinen Unterschiede\u0093 des ber\u00fchmten franz\u00f6sische Soziologe Pierre Bourdieu war. In der Tat, die Unterschiede im Lifestyle zwischen der Oberschicht und der Unterschicht, sind auch hier in Italien auf den ersten Blick wirklich nicht sonderlich gro\u00df. Mit Hilfe einer soziologischen Arbeit k\u00f6nnte man zum Beispiel herausfinden, ob das Tragen von Markenjeans, schichtspezifisch ist. Stimmt die Vermutung, dass die Menschen, die mehr Einkommen zur Verf\u00fcgung haben, mehr Geld f\u00fcr teure Markenhosen ausgeben. Warja versp\u00fcrte nun Lust, w\u00e4hrend des Studium solchen und \u00e4hnlichen Fragen nachzugehen. Ihr gr\u00f6\u00dftes Problem war die mangelhafte Beherrschung der italienischen Sprache. Zwischen einer gew\u00f6hnlichen Unterhaltung und dem Verstehen eines soziologischen Inhalts ist ein gewaltiger Unterschied. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0<\/span>In der Arbeit von Bourdieu geht es um den Faktor \u0084Kulturelles Kapital\u0093, der neben dem \u00f6konomischen Kapital von Bedeutung ist. Warja dachte, sie hatte ein wenig Hunger, an die Esskultur.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084 Hier in Italien kannst du f\u00fcr dieselbe Mahlzeit, sagen wir einen Teller Spagetti mit Fleischso\u00dfe, 5000 Lire ausgeben, du kannst aber auch 15.000 Lire ausgeben. Der Unterschied besteht allerdings viel weniger in der Art der Zubereitung des Essens, sondern vielmehr im Ambiente. Im feinen Ristorante verbeugen sich die Kellner h\u00f6flich, sie legen die Hand auf den R\u00fccken, wenn sie Wein ausschenken und vor allem es geht leise und dezent zu. In der billigen Trattoria sind die Tische mit einfachen karierten Tischdecken \u00fcberzogen, manchmal sind sie auch schmutzig. Lebhaften Gebr\u00fclls scheint der Hauptwesenszug der italienischen Unterschicht zu sein, so empfand Warja. Manchmal versp\u00fcrte sie sogar Angst, wenn sie die M\u00e4nner auf der Piazza lauthals gestikulieren und streiten sah. Im Laufe des Herbstes waren die Menschen, die sich auf der Piazza trafen, weniger geworden. An k\u00fchlen Tagen standen nur noch vereinzelt Gruppen auf den gro\u00dfen Pl\u00e4tzen der Toskanametropole.<span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Die lebhafte Gesch\u00e4ftigkeit der Italiener verlagerte sich in die Bars. Der Duft des gepressten Kaffees lockte Warja immer wieder in die zahlreichen Stehlokale.<span>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Inzwischen war der Winter ins Land gezogen. Kalte, b\u00f6ige Winde wehten durch die Gassen und wirbelten weggeworfenen Abfall auf. Regen verband sich mit Stra\u00dfenstaub sorgte f\u00fcr einen rutschigen Untergrund. \u0084Mit wem werde ich wohl das Weihnachstfest feiern?<span>\u00a0 <\/span>Werde ich vielleicht am Weihnachtsfest zum ersten Mal in meinem Leben alleine sein?<span>\u00a0 <\/span>Was wird mir das neue Jahr bringen? Wer wird mich ins neue Jahr begleiten?\u0093 all diese Fragen stellte sich Warja. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Sie \u00fcberlegte, was Grigori Morjakin in diesem Augenblick wohl machen w\u00fcrde. Krasnaja Sosna war an diesem Dezembertag mit einer d\u00fcnnen Schneeschicht, die Puderzucker \u00e4hnelte \u00fcberzogen. Die Temperatur war weit unter den Nullpunkt gesunken und erreichte in der Nacht Werte von bis zu minus zwanzig Grad. Wenn Grigori Morjakin bei klirrender K\u00e4lte das Haus verlie\u00df, w\u00fcnschte er, sich mit Warja im milden Italien zu befinden. Die meiste Zeit hielt er sich in seinem Gesch\u00e4ft auf, er studierte Angebote und organisierte das Rechnungswesen. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Morjakin hatte Feuerwerksk\u00f6rper im Wert von mehreren Millionen Rubeln bestellt. Diese Artikel hatte er im Jahre 95 neu in sein Sortiment aufgenommen. Alexandra Morjakina war der Meinung, die B\u00f6ller seien angesichts der Armut im Lande eine sinnlose Verschwendung. Sie sch\u00fcttelte den Kopf, als sie von Grigoris Vorhaben, der in gro\u00dfem Umfang in dieses Gesch\u00e4ft einsteigen wollte, erfuhr. Grigori setzte sich zu Alexandra auf den Diwan, legte den Arm um ihre Schultern und sprach: \u0084Raketen und B\u00f6ller geh\u00f6ren einfach zur Silvesternacht. Arm und Reich, all das ist verg\u00e4nglich. Mein Reichtum, er ist verg\u00e4nglich wie das Leben. Mein Leben, es wird vergl\u00fchen wie die bunten Leuchtkugeln am Himmel. Im Vergleich zur Ewigkeit ist mein Leben kurz und heftig wie der Knall eines Kanonenschlags. Der Anfang von allem hat, wenn man den Physikern Glauben schenkt, mit dem Urknall begonnen, wenngleich dieser Knall nat\u00fcrlich nicht mit dem eines B\u00f6llers vergleichbar ist. Es ist vielmehr das Wort Knall, das mich an den Anfang aller Dinge erinnert.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Neujahr ist das Fest der gemischten Gef\u00fchle. Das Feuerwerk ist der H\u00f6hepunkt einer Neujahrfeier, es unterst\u00fctzt und verst\u00e4rkt die gemischten Gef\u00fchle. Auf glitzernde Goldkugeln und Silberstreifen folgt bis zur Z\u00fcndung der n\u00e4chsten Rakete die bange Finsternis. Ebenso folgt der Freude auf ein rauschendes Fest in der Regel depressive Katerstimmung. Silvester ist der Zeitpunkt, zu dem wir Bilanz ziehen. 1995 war das Jahr der Schicksalsschl\u00e4ge, das kann ich jetzt schon sagen.\u0093<span>\u00a0 <\/span>\u0084 In zwei Wochen werden wir das Weihnachtsfest feiern. Ich wei\u00df nicht, wie ich dieses Fest ohne Tanjas strahlende Augen \u00fcberstehen werde\u0093, sagte Alexandra und verbarg ihr Gesicht hinter den H\u00e4nden.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja rief Mazzolini schon am \u00fcbern\u00e4chsten Tag an, sie musste es 20 Mal versuchen, bis er ihn am Apparat hatte, die Leitung war st\u00e4ndig besetzt oder es meldete sich niemand. Warja hatte schon bef\u00fcrchtet, Franco k\u00f6nnte ihr eine falsche Nummer gegeben haben. Schlie\u00dflich meldete sich Franco und meinte: \u0084 Ich habe st\u00e4ndig mit meinen Kunden telefoniert, oder habe mein Handy im Auto liegen lassen. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084 Besuch mich n\u00e4chsten Montag, ich werde dich am Hauptbahnhof in Neapel in der Schalterhalle um 14 Uhr abholen, die Zugfahrt werde ich dir selbstverst\u00e4ndlich bezahlen. Die Freude auf<span>\u00a0 <\/span>Franco befl\u00fcgelte Warja, sie wendete sich ihrem Studium zu und verlie\u00df f\u00fcr die folgenden zwei Tage ihr Appartement nicht. Mit jeder Stunde, die sie \u00fcber den B\u00fcchern sa\u00df, verschlechterte sich ihre Stimmung. Sie sah sich nun wirklich als liederliches Wesen, das sich nicht abm\u00fchen wolle uns stattdessen den M\u00e4nnern das Geld aus der Tasche ziehe. So sehr sie sich nach Liebe sehnte, besonders lustvoll hatte sie die Nacht mit Franco nicht erlebt. Er wollte in jener Nacht gleich dreimal \u0084 fare l\u00b4amore\u0093. Warja bereute nun pl\u00f6tzlich, dass sie mit Roberto Schluss gemacht hatte. Sein junger K\u00f6rper war einfach erotischer als der des vierzigj\u00e4hrigen Franco. Vielleicht werde ich bald einen Mann, der noch sch\u00f6ner als Roberto und noch erfolgreicher als Franco ist, kennenlernen. In keinem anderen Gewerbe, wie in dem meinen kann ich mehr M\u00e4nner kennenlernen, vor allem erfolgreiche M\u00e4nner. Manche M\u00e4nner denken negativ \u00fcber die billigen Nutten, doch es gibt auch eine Vielzahl von ihnen, die sie stolz darauf sind eine Hure zu binden. Eine Untreue treu zu machen ist gerade f\u00fcr die M\u00e4nner eine Herausforderung. Es wurde Sonntag, Warja war depressiv, sie hatte \u00fcberhaupt keine Lust, das Appartement zu verlassen. Stattdessen tr\u00e4umte sie, mit Prinz Albert von Monaco zusammen zu sein. Sie w\u00fcnschte, die Gazetten w\u00fcrden \u00fcber ihr Liebesgl\u00fcck und ihre Sch\u00f6nheit berichten. Der Umstand eine kleine Stra\u00dfendirne zu sein, bedr\u00fcckte sie. Das Geld, das sie bei ihrer T\u00e4tigkeit verdiente, spielte nun eine untergeordnete Rolle, es war eher der Umstand geliebt zu werden, der sie auf die Stra\u00dfe trieb. Sie tr\u00e4umte ber\u00fchmt zu sein und von den Massen geliebt zu werden. Zu Roberto k\u00f6nnte sie jederzeit zur\u00fcckkehren, aber war er der Mann f\u00fcrs Leben? Franco war 20 Jahre \u00e4lter als sie, w\u00fcrde sie in seine Ehe einbrechen, g\u00e4be es mit Sicherheit gro\u00dfe Probleme. Warja stellte sich vor, wie Francos K\u00f6rper mit sechzig aussehen w\u00fcrde. Am n\u00e4chsten Tag packte Warja im Morgengrauen ihre Tasche und setzte sich in den Zug nach Neapel. Mit etwa einer halben Stunde Versp\u00e4tung erreichte der Zug den Hauptbahnhof Neapel. Franco lief mit seinem Handy auf dem Bahnsteig aufgeregt hin und her, er umarmte seine Geliebte als sie aus dem Zug stieg. Der Blick auf den Vesuv und das azurblaue Meer war eine Kulisse, die die toskanischen H\u00fcgel an Sch\u00f6nheit \u00fcbertraf, so empfand Warja zumindest. Blau wurde zu ihrer Lieblingsfarbe, es war nicht mehr das Rot, die Farbe der leidenschaftliche Liebe, die sie bevorzugte. Blau, das ist die Farbe des Wassers, die Farbe der Gelassenheit. \u0084 Ich kann nicht mehr richtig lieben\u0093, dachte sie sich. \u0084Sehe ich die Farbe Rot, so erinnert sie mich an die verlorene Leidenschaft. Ich wurde schon von fast 100 M\u00e4nnern geliebt, ich habe ein Auto und lebe in einem der sch\u00f6nsten L\u00e4nder der Welt und doch glaube ich, dass ein durchschnittliches russisches M\u00e4dchen gl\u00fccklicher ist als ich, denn sie glaubt an die eine gro\u00dfe Liebe.\u0093 Mit dem Taxi, einem gelben Fiat Croma, fuhren Warja und Franco hinunter nach Posilippo an die Meerk\u00fcste, an der sich herrliche Hotels mit Blick auf die See befinden. Der Geruch von Salz, Seetang und Diesel\u00f6l lag in der Luft. Es war k\u00fchl, doch die Sonne schien. Sie war gerade am untergehen, als die beiden in ein elegantes Restaurant betraten. Die Tische des exklusiven Lokals waren mit rosa Tischdecken bedeckt. S\u00e4ulen aus Mahagoniholz teilten den Raum in Parzellen ein und schufen eine diskrete, romantische Atmosph\u00e4re. Franco suchte einen Tisch direkt am Fenster aus. Hinter der Glasscheibe gl\u00fchte die Sonne rot wie ein Feuerball und versank im tiefen Blau des Mittelmeeres. Der Ober ein junger Bursche, gerade zwanzig Jahre alt, verbeugte sich leicht und \u00fcberreichte je eine in hellem Leder gebundene Speisenkarte. Franco empfahl eine Platte Frutti di Mare, als erster Gang wurde ein Teller Spagetti mit Tomatenso\u00dfe gereicht. Warja a\u00df zum ersten Mal<span>\u00a0 <\/span>Meeresfr\u00fcchte. Nerv\u00f6s stocherte sie auf der Fischplatte herum, sie ekelte sich vor allem an den Saugn\u00e4pfen der Calamari und an den Schalen der Garnelen. \u0084Das tut mir leid, dass dir das nicht schmeckt. Bestell dir doch einfach ein Schnitzel\u0093, sagte Franco, der auf die Meeresfr\u00fcchte ganz gierig war. Er leckte die Schalentiere aus und machte Warja dabei Komplimente, er nannte sie blondes Engelchen und meine kleine G\u00f6ttin. Der Italiener freute sich auf die Liebesnacht mit Warja, doch die h\u00fcbsche Russin hatte an diesem Tag \u00fcberhaupt keine Lust auf<span>\u00a0 <\/span>Sex. Sie \u00fcberlegte sich, ob sie von ihm wieder Geld f\u00fcr ihre Dienste verlangen sollte, doch diese Frage erledigte sich von selbst. Franco gab ihr unaufgefordert 300.000 Lire, nachdem sie ihm erz\u00e4hlt hatte, dass sie sehr wenig Geld h\u00e4tte. Sie verschwieg es nat\u00fcrlich, dass sie von Grigori Morjakin unterst\u00fctzt wurde. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084 Ich habe meiner Frau erz\u00e4hlt, dass ich zur Zeit auf Gesch\u00e4ftsreise bin, ich werde die ganze Nacht bei dir bleiben\u0093, meinte<span>\u00a0 <\/span>Franco nach dem Abendessen. Er war auf Warjas K\u00f6rper ebenso gierig wie auf die Meeresfr\u00fcchte und konnte es kaum erwarten, mit Warja im Bett zu liegen. So lustvoll und z\u00e4rtlich er auch war, Warja versp\u00fcrte keine Lust. Sie blickte immer auf ihre Billiguhr, was Franco mit Missgunst aufnahm. Er war in dem Glauben, Warja w\u00fcrde ihn aus ganzem Herzen lieben und seinen K\u00f6rper attraktiv finden. \u0084Warum blickst du denn immer auf die Uhr?\u0093 fragte Franco.<span>\u00a0 <\/span>\u0084Ach, das ist nur so eine Angewohnheit\u0093, antwortete Warja. \u0084 Ich m\u00f6chte eine Zigarette rauchen\u0093, sagte sie leise. Franco erhob sich und holte aus seinem Sakko eine Schachtel Muratti Multifilter heraus, \u00f6ffnete sie und hielt sie Warja direkt unter die Nase. \u0084Z\u00fcnde sie mir an!\u0093 fl\u00fcsterte sie. Franco brummte, erhob sich erneut und holte ein vergoldetes Feuerzeug. Warja legte sich auf den R\u00fccken und blies den Rauch in die Luft. Im Bett zu rauchen war der Gipfel des Verbotenen aber auch der Gipfel des Genusses. Es bereitete wesentlich mehr Vergn\u00fcgen, als die Zigarette im k\u00fchlen Hinterhof oder an einer kalten Stra\u00dfenecke, wie sie es aus ihrer fr\u00fchen Jugend gew\u00f6hnt war. Franco drehte am Radio, der im Nachttischk\u00e4stchen integriert war herum. \u0084Senza te\u0093 von Claudio Baglione wurde auf einem Privatsender gespielt.<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Gibt es die gro\u00dfe Liebe wie sie im Schlager besungen wird, oder ist der Glaube an sie Illusion? Ist die Behauptung, einen Menschen zu lieben nicht in den meisten F\u00e4llen Heuchelei oder gar blo\u00dfe L\u00fcge? <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Franco dachte sich: \u0084Sie ist und bleibt eine kleine Nutte, so sch\u00f6n sie auch ist, sie wird mir nie eine treue Frau werden k\u00f6nnen.\u0093 Frustriert nahm er aus der Minibar ein kleines Flaschen Whiskey und lehrte es in einem Zug. Daraufhin legte er sich schlafen. Franco konnte gut abschalten, er fiel nach wenigen Minuten in tiefen Schlaf. Als er um acht Uhr morgens mit einem Kuss geweckt wurde, wunderte er sich. Er dachte nun \u00e4hnlich wie Grigori Morjakin \u00fcber sie: \u0084 Sie ist ein liebes M\u00e4dchen, sie ist ganz anders als die gew\u00f6hnlichen Stra\u00dfenm\u00e4dchen, sie ist weitaus besser als der alte Drachen, mit dem ich zusammen lebe.\u0093<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Franco hatte um 10.30 einen Termin mit einem Kunden in einer kleinen Stadt s\u00fcdlich von Neapel. Er dr\u00fcckte Warja eine halbe Million Lire in die Hand und meinte, ruf mich n\u00e4chste Woche wieder an, ich werde dich in Florenz, vermutlich in 14 Tagen, wieder besuchen. Warja reiste zur\u00fcck nach Florenz und wendete sich dem Studium zu, doch ihre Ausdauer w\u00e4hrte nicht lange. Sie war es gew\u00f6hnt, geliebt zu werden. Jeder Tag, an dem sie nicht die Komplimente und die streichelnde Hand ihrer Liebhaber vernahm, wurde zu einem tr\u00fcben sinnlosen Tag. \u0084 Mit meinem K\u00f6rper k\u00f6nnte ich t\u00e4glich zwei Millionen Lire verdienen, doch ich bringe es nicht \u00fcber das Herz, jede kleine Ber\u00fchrung in Rechnung zu stellen.\u0093 Sie \u00fcberlegte, Roberto wieder anzurufen und sich zu entschuldigen, doch sie verwarf diesen Gedanken bald darauf.<span>\u00a0 <\/span>Das Weihnachtsfest r\u00fcckte n\u00e4her und n\u00e4her. In der Innenstadt, vor allem vor den Gesch\u00e4ften wurden Sterne und wei\u00dfe Lichterketten installiert. Sie verbreiteten ein sanftes, milchiges Licht. Im Schaufenster eines Haushaltswarengesch\u00e4ftes war eine Krippe ausgestellt. Maria und Josef knieten betend vor dem Jesuskind. Ochs und Esel betrachteten neugierig das Neugeborene. Eine kleine Herde Schafe graste im Vordergrund. Weihnachten wird als das Fest der Familie bezeichnet, vielleicht auch deswegen, weil die Krippen ein allzu romantisches Bild darstellen. Warja kaufte f\u00fcr ihre Mutter eine Postkarte, die eine Krippe darstellte. Wird auch sie das Weihnachtsfest alleine verbringen?<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\"><span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja hatte die Erfahrung gemacht, fast jeden Mann, dem sie in die Augen blickte, f\u00fcr sich zu gewinnen k\u00f6nnen. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte sie einen Mann aus der \u0084High Society\u0093 finden. Vor kurzem hatte sie den Film High Society<span>\u00a0 <\/span>mit Grace Kelly und Bing Crosby im italienischen Fernsehen gesehen. Grace Kelly, das einfache M\u00e4dchen, das zum Weltstar und sp\u00e4ter zur F\u00fcrstin von Monaco wurde, sie war schon immer ihr Vorbild. Sie liebte die Filme mit Grace Kelly und tr\u00e4umte davon, ihren Sohn Prinz Albert kennen zu lernen. Sie tr\u00e4umte davon, selbst einmal an der Seite von Prinz Albert die F\u00fcrstin von Monaco zu werden. Diesen nahezu unerf\u00fcllbaren Wunsch hegte sie schon als Vierzehnj\u00e4hrige, als sie noch eine kleine Sch\u00fclerin in Moskau war. Damals war Monaco ferne, nahezu unerreichbar. Doch heute lag es gerade vier Zugstunden von ihrem Domizil entfernt. In ihrer Phantasie sah sie sich am Hafen von Monaco stehen. Prinz Albert w\u00fcrde auf sie zugehen und sie auf eine Luxusjacht einladen. So unwahrscheinlich dies auch sein mochte, vielleicht gab es doch eine kleine Chance Prinz Albert kennenzulernen. Warja setzte sich am n\u00e4chsten Morgen in den Zug und fuhr nach Monaco Monte Carlo. Diese Fahrt wurde zur sch\u00f6nsten Zugfahrt, die Warja jemals gemacht hatte.<span>\u00a0 <\/span>Auf die H\u00fcgel der Toskana folgten die schroffen, gr\u00fcnen Bergz\u00fcge des Apennins und schlie\u00dflich fuhr der Zug die ligurische K\u00fcste entlang, an der sich breite Sandstr\u00e4nde mit steilen Felsklippen abwechselten. San Remo, die Station vor Monte Carlo, lie\u00df bei Warja die Sehnsucht nach langsamen, melodischen italienischen Schlagern erwecken. Sie w\u00fcnschte sich, erfolgreich wie Umberto Tozzi oder Gianna Nannini zu sein.<span>\u00a0 <\/span>Von den Massen geliebt zu werden, war f\u00fcr sie ein h\u00f6heres Lebensziel als reich zu sein, ein gro\u00dfes Haus und ein teures Auto zu besitzen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Langsam fuhr der Zug nach Monte Carlo hinein. Die Bremsen quietschten, endlich war es so weit. In wenigen Minuten w\u00fcrde sie vor dem Palast der Grimaldi Familie stehen. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Bevor sie die H\u00fcgel zum Palast hinaufstieg, sah sie sich die Yachten im Hafen an. Der Unterschied zwischen arm und reich in der westlichen Welt wurde ihr nie so deutlich wie an diesem Platz. Sie z\u00fcndete sich eine Zigarette an und blickte hinaus auf das Meer. Es war k\u00fchl, einfach zu k\u00fchl, um l\u00e4ngere Zeit im Freien zu sitzen, ohne zu frieren. Sie hatte die Illusion, irgend ein junger Mann aus der High Society w\u00fcrde sie hier unten ansprechen, sie stand etwa 20 Minuten hier unten am Hafen und blickte voller Neid auf die Reichen auf die Schiffe. Sie begann zu frieren und begab sich in eine Bar auf einen Espresso, es war eine typisch italienische Bar mit kleinen Marmortischchen und einem Tresen aus Edelstahl. In der Bar standen drei sich auf Franz\u00f6sisch aufgeregt unterhaltende M\u00e4nner herum. Sie f\u00fchrten ihr Gespr\u00e4ch fort, ohne die junge Russin zu beobachten, sie nahmen \u00fcberhaupt keine Notiz von ihr. Warja konnte die franz\u00f6sische Sprache nicht verstehen. Nachdem sie sich bei einer Tasse Kaffee aufgew\u00e4rmt hatte, machte sie sich auf den Weg zum Schloss der Grimaldis. Mit hastigen Schritten \u00fcberquerte sie die Stra\u00dfe, auf denen einmal im Jahr das Formel Eins Grand Prix<span>\u00a0 <\/span>Rennen durchgef\u00fchrt wird,<span>\u00a0 <\/span>sie spazierte vorbei am ber\u00fchmten Casino und erreichte nach etwa einer halben Stunde den H\u00fcgel, auf dem der Palast der F\u00fcrstenfamilie steht.<span>\u00a0 <\/span>Sie verweilte dort einige Minuten, am liebsten h\u00e4tte sie zu den W\u00e4chtern, die vor dem Eingang des Palastes standen, gesagt: \u0084 Ich bin die kleine Warja aus Russland und tr\u00e4ume seit ich ein Kind bin, den Prinzen kennen zu lernen.\u0093 Einerseits war sie gl\u00fccklich dar\u00fcber, in Monaco sein zu d\u00fcrfen, andererseits war sie traurig, in dieser Stadt ein Nobody zu sein. Mit gemischten Gef\u00fchlen machte sie sich<span>\u00a0 <\/span>wieder auf den Weg hinunter zum Hafen, sie beschloss in einem preiswerten Restaurant zu Mittag zu essen. Sie spazierte an einem einfachen Restaurant vorbei. An einer Tafel am Eingang wurde ein Men\u00fc f\u00fcr 60 franz\u00f6sische Franken angeboten. Unschl\u00fcssig, ob sie diese Ausgabe machen wollte, oder sich doch lieber ein Panino mit Schinken kaufen sollte, streckte sie ihren Kopf in die offen stehende T\u00fcr. Dabei h\u00f6rte sie einen circa 50-j\u00e4hrigen Mann in einer Sprache, die der russischen sehr \u00e4hnlich war ein paar Worte murmeln. Der Mann trug einen roten Fila Trainingsanzug, an seinem Tisch sa\u00dfen zwei h\u00f6chstens achtzehnj\u00e4hrige Buben, die ihre Tennistaschen unter dem Tisch abgestellt hatte. In der Hoffnung Landsleute kennenzulernen, betrat sie das Restaurant. Fast alle Tische waren besetzt, Warja fragte in italienischer Sprache, ob am Tisch der Tennisspieler noch ein Platz frei sei. Die zwei jungen M\u00e4nner nickten freundlich, der Mann im roten Trainingsanzug l\u00e4chelte sie an. Warja nahm Platz, die fremden M\u00e4nner sprachen \u00fcber ein Trainingsprogramm in einer Tennishalle, doch ihre<span>\u00a0 <\/span>Sprache war nicht Russisch. Warja \u00fcberlegte, aus welchem Land sie wohl kommen k\u00f6nnten. Sie vermutete richtig, die Tennisspieler stammten aus Tschechien. \u0084Ganz alleine hier?\u0093 fragte der einer der beiden jungen M\u00e4nner in franz\u00f6sischer Sprache.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">\u0084 Ich spreche kein Franz\u00f6sisch, ich bin aus Russland\u0093, sagte Warja. \u0084 Aus Russland, ich habe auch schon Buben und M\u00e4dchen aus Russland trainiert\u0093, meinte der etwa f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Mann auf Russisch und ber\u00fchrte Warjas Hand. Er hatte ein rundliches Gesicht mit leicht aufgedunsenen B\u00e4ckchen, er war kein besonders sch\u00f6ner Mann, doch er strahlte W\u00e4rme und Geborgenheit aus. Warja freute sich,<span>\u00a0 <\/span>Menschen zu treffen, die ihre Muttersprache sprachen. Die beiden jungen M\u00e4nner blickten Warja ziemlich sch\u00fcchtern an. Sie waren Br\u00fcder und sahen einander sehr \u00e4hnlich, ihre Namen waren Jiri und Jaschek. Beide hatten langes blondes Haar und zarte h\u00fcbsche Gesichter. Die jungen Tschechen tr\u00e4umten davon, eines Tages ber\u00fchmt zu sein und ganz oben auf der Weltrangliste zu stehen. Doch im Moment waren die Kosten f\u00fcr das Training h\u00f6her als die erspielten Preisgelder. Sie reisten durch ganz Europa und bestritten Tennisturniere. Ihre Haupteinnahmequelle war das Spielen der Punktrunde f\u00fcr einen M\u00fcnchner Oberligaclub. F\u00fcr acht Spiele bekamen die beiden jungen M\u00e4nner fast 10.000 Mark, dazu kamen Preisgelder f\u00fcr Erfolge bei kleineren Turnieren. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Im Moment bewohnten die M\u00e4nner ein Billighotel in der N\u00e4he von Nizza, sie hatten in Monte Carlo ein Hallenturnier bestritten, doch beide schieden in der ersten Runde aus. Nach ihrem Misserfolg waren sie hier in Monte Carlo lediglich Touristen, die vom gro\u00dfen Erfolg tr\u00e4umten. Vom Restaurant aus konnte man auf einen der exklusivsten Tennisclubs der Welt hinunter blicken, doch zu diesem Zeitpunkt im Dezember waren die Pl\u00e4tze unbespielbar, die Netze waren entfernt und auf die Linien wurden schwere Steine gelegt.<span>\u00a0 <\/span>Im Fr\u00fchling wird hier ein gro\u00dfes Turnier veranstaltet, ich w\u00fcnschte meine Sch\u00fctzlinge k\u00f6nnten Einestages daran teilnehmen, hoffte der Trainer, der sich als Vaclav Hrabac vorstellte. \u0084Warst du schon einmal in Nizza?\u0093 fragte er, es ist eine herrliche Stadt. \u0084 Nein, ich wollte eigentlich nur einen Tagesausflug nach Monaco Monte Carlo machen\u0093, antwortete Warja. \u0084Ich wei\u00df in Nizza ein kleines Hotel, in dem du f\u00fcr 80 Francs \u00fcbernachten kannst\u0093,\u0093 Ich bin mit dem Auto hier, wenn du Lust hast kann ich dich mit nach Nizza nehmen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Das Restaurant, in dem Warja zu Mittag gegessen hatte, befand sich in unmittelbarer Umgebung einer gro\u00dfen Tennishalle. Die beiden Tschechen waren im Juniorenturnier, das dort stattfand, sang und klanglos ausgeschieden. Hrabac wollte noch einen Blick in die Halle hineinwerfen und die Favoriten studieren. Er musste sich eingestehen:<span>\u00a0 <\/span>\u0084Auch wenn das Preisgeld f\u00fcr den Sieger bei diesem Turnier nur bei 10.000 Dollar liegt, die Favoriten f\u00fcr dieses Turnier sind einfach besser als meine Sch\u00fctzlinge Jiri und Jaschek. Obwohl beide noch keine 18 Jahre als waren, zweifelte Hrabac daran, sie k\u00f6nnten die Weltspitze erreichen. Hrabac hatte seinen zwanzig Jahre alten Skoda in einem Parkhaus etwa 400 Meter von der Tennishalle entfernt abgestellt. Parkpl\u00e4tze sind etwas sehr rares in dieser Stadt. Warja blickte voller Erstaunen auf die Autos, an jeder Stra\u00dfenecke stand ein Rolls Royce. Sowohl sie, wie auch die jungen Tschechen mit ihrem Trainer hatten nun das Gef\u00fchl in dieser Stadt ein Verlierer, ein Loser zu sein.<span>\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Obwohl Warja<span>\u00a0 <\/span>mit dem Gedanken, einen Prinzen oder einen Multimillion\u00e4r kennenzulernen nach Monaco gekommen war, konnte sie sich von den Tennisspielern nicht trennen. Hrabac strahlte eine v\u00e4terliche W\u00e4rme aus, die sie bei ihrem eigenen Vater immer vermisst hatte und die beiden Buben waren von jungendlicher Sch\u00f6nheit gepr\u00e4gt. Auch die vertraute slawische Sprache hatte einen Einfluss darauf, bei den Tschechen in Nizza zu bleiben.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Warja setzte sich zu Hrabac ins Auto und fuhr mit ihm hinunter nach Nizza. Als sie dort ausstieg begann ein kalter Platzregen. V\u00f6llig durchn\u00e4sst betrat sie das kleine Hotel in dem sich die Tennisspieler eingemietet hatten. Warja erkundigte sich nach einem preiswerten Einzelzimmer. Der Mann an der Rezeption dr\u00fcckte ihr einen Schl\u00fcssel f\u00fcr eine winzige Dachkammer im vierten Stock in die Hand. Langsam stieg sie die Treppen hinauf, die drei Tschechen bewohnten ein Dreibettzimmer im ersten Stock. Jiri, der in seinem Charakter offener und gespr\u00e4chiger war als der stille Jaschek, meinte: \u0084Treffen wir uns um 19 Uhr wieder, hast du Lust mit mir und meinem Bruder auszugehen, es gibt hier sch\u00f6ne Bistros und Diskotheken, die wohl sehr teuer sind, aber wenn ich nur ein Cola trinke, wird es schon gehen.\u0093 Vaclav Hrabac hatte im Discountmarkt Lebensmittel eingekauft und machte den Vorschlag:<span>\u00a0 <\/span>\u0084Du kannst bei uns im Zimmer zu Abend essen.\u0093<span>\u00a0 <\/span>Warja nickte. \u0084 Du kannst in einer Stunde zu uns herunterkommen, ich habe Baguette und Salami eingekauft\u0093, sagte Hrabac. \u0084 Ich werde mich ein bisschen ausruhen und dann zu euch herunter kommen\u0093, sagte Warja erfreut nette Gesellschaft gefunden zu haben. Sie betrat ihre kleine Dachkammer: \u0084Welch ein Unterschied zu den Hotels in denen sie die Liebesnacht mit Franco Mazzolini verbracht hatte.\u0093 Rostige Abwasserrohre befanden sich unterhalb der Decke, die Matratze war schmutzig und der Lattenrost br\u00fcchig. \u0084 Daf\u00fcr kostet dieses Zimmer nur ein Zehntel dessen, was Mazzolini f\u00fcr die Nacht mit mir ausgegeben hat. Es ist alles Gew\u00f6hnungssache, die Leute die f\u00fcr ein Hotelzimmer gew\u00f6hnlich 300.000 Lire ausgeben, werden sich in einem Zimmer, das 100.000 Lire kostet, nicht besonders wohl f\u00fchlen. F\u00fcr Menschen die in einem Zimmer wie diesem, oder gar im Obdachlosenasyl \u00fcbernachten, mag ein 100.000 Lire Zimmer \u00fcberaus komfortabel, ja sogar nobel vorkommen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Man kann in einer Lehmh\u00fctte ebenso gl\u00fccklich leben wie in einem Schloss. Warja erinnerte sich an den Aufenthalt mit Morjakin in Bayern. Sie dachte an den ungl\u00fccklichen K\u00f6nig Ludwig II. von Bayern, dessen Schl\u00f6sser auf den Postkarten \u00fcberall in Bayern abgebildet waren. Gerne h\u00e4tte sie mit Grigori Morjakin ein Schloss besucht, doch er verbrachte die drei Tage am Ammersee vor dem mit Bier gef\u00fcllten Ma\u00dfkrug. In einem Reiseprospekt waren die Schl\u00f6sser Ludwigs II. abgebildet, doch Grigori hatte kein Interesse daran, ein Schloss zu besichtigen. Warja konnte seine Verzweiflung, die durch den Verlust seiner Tochter bedingt war sp\u00fcren. In Gedanken an ihren M\u00e4zen, den sie auf keinen Fall entt\u00e4uschen wollte, verging die Zeit sehr schnell. Um 17 Uhr ging sie hinunter in das Zimmer der Tennisspieler. Hrabac klopfte ihr auf die Schulter und meinte: \u0084 Komm nur herein mein Kind, wir haben eine gute Mahlzeit vorbereitet. Der kleine Tisch war mit einer gr\u00fcn karierten, etwas schmutzigen Tischdecke \u00fcberzogen. In der Mitte des Tisches stand ein kleiner Korb,<span>\u00a0 <\/span>in dem sich aufgeschnittenes franz\u00f6sisches Wei\u00dfbrot befand, daneben stand ein Teller mit feinen Wurstwaren und K\u00e4se, die Warja mit gro\u00dfem Appetit verspeiste. In Russland hatte sie sich oft an Wurstwaren, die von schlechter Qualit\u00e4t waren, geekelt. So feine Salami und Schinken wie an jenem Abend hatte sie noch nie serviert bekommen. Die Franzosen werden zu Recht f\u00fcr ihr gutes Essen gelobt, darin war sie sich sicher. Jiri und Jaschek verlie\u00dfen nach der Mahlzeit das kleine Hotel zusammen mit Warja um sich in der gro\u00dfen Stadt Nizza ein wenig umzusehen. Es war dunkel, vom Strand wehte ein kalter Wind, der salzige Geruch des Meeres vermischte sich mit den Abgasen der Autos. Die Afrikaner, die \u00fcberall in den Stra\u00dfen zu sehen waren, bereiteten Warja Angst. Es war das fremdartige Aussehen der<span>\u00a0 <\/span>M\u00e4nner, das dieses Angstgef\u00fchl hervorrief. W\u00e4re es nur Sommer, dachte sich Warja, man k\u00f6nnte dann am Strand liegen und die W\u00e4rme genie\u00dfen. Die K\u00e4lte veranlasste das Trio in das n\u00e4chste Bistro zu gehen. Es war ein Lokal mit kleinen Holztischen und samtroten St\u00fchlen. Jiri bestellte eine Flasche billigen Landwein mit drei Gl\u00e4sern. Sein Bruder Jaschek trank gierig den Wein in sich hinein, in der Absicht, sich nach dem Misserfolg beim Tennisturnier zu berauschen. Nachdem die drei die Flasche geleert hatten, machte Jiri den Vorschlag, eine Disco zu besuchen. Jaschek kaufte sich bei einem Lebensmittelh\u00e4ndler einen Flachmann mit billigem Weinbrand und steckte ihn in die Jackentasche. Es war kurz vor 20 Uhr, als die zwei jungen M\u00e4nner zusammen mit Warja einen Tanzclub im Zentrum der Stadt betraten, sie waren die ersten G\u00e4ste. Erst eine gute Stunde sp\u00e4ter f\u00fcllte sich das Lokal langsam. Jaschek kippte in einem Augenblick, als der Kellner in einer andere Ecke bediente, den Inhalt des Flachmanns in sein Cola und leerte das Glas innerhalb weniger Minuten. Der junge Mann lie\u00df seine bisherige Tenniskarriere Revue passieren. Er begann, Siege und Niederlagen gedanklich aufzulisten. Der Turniersieg gegen den Bruder in Trebon, einer kleinen s\u00fcdb\u00f6hmischen Stadt, war einer der sch\u00f6nsten. 7:5 im dritten Satz. Dreisatzsiege sind besonders sch\u00f6n. Das Gl\u00fcck war damals auf meiner Seite, aber es war nicht nur das Gl\u00fcck, ich war gut, einfach gut. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Wie viele Spiele habe ich vergessen?<span>\u00a0 <\/span>Trainingsspiele zu hunderten, Turnier und Verbandsspiele zu dutzenden. Nur in der Gegenwart kannst du dein Schicksal, die Zukunft beeinflussen. Was ist Gegenwart? Gegenwart ist eigentlich immer.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Wie schnell wird aus ihr Vergangenheit. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Ein vergessenes ist Spiel, ist wie ein Match, das niemals stattgefunden hat. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Jaschek war ein wenig eifers\u00fcchtig auf seinen Bruder, der mit Warja flirtete. Kurze Zeit sp\u00e4ter verabschiedete sich Jaschek mit den Worten: \u0084 Mir ist kotz\u00fcbel, ich gehe schlafen.\u0093 Nachdem Jaschek sich verabschiedet hatte, wurden vom DJ hei\u00dfe Techno Rhythmen aufgelegt. Jiri und Warja tanzen fast eine halbe Stunde ununterbrochen, danach legten sie eine Ruhepause ein und setzten sich wieder an den Tisch. Der junge Tscheche legte seinen Arm um Warja und meinte: \u0084Du bist sehr s\u00fc\u00df, ich habe mich in dich verliebt.\u0093 Kurze Zeit sp\u00e4ter meinte Warja: \u0084Du kannst mit zu mir aufs Zimmer kommen, du bist sehr nett, ich habe dich gern.\u0093<span>\u00a0 <\/span>Jiri war begeistert von dieser Einladung, ein halbes Jahr lag sein letzter sexueller Kontakt mit einer Frau zur\u00fcck.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Der Wunsch Z\u00e4rtlichkeit sp\u00fcren zu d\u00fcrfen und Liebe zu geben ging nach langer Zeit<span>\u00a0 <\/span>f\u00fcr Jiri wieder in Erf\u00fcllung. Hand in Hand spazierten die beiden zur\u00fcck zum Hotel. Jiri war nerv\u00f6s, viel nerv\u00f6ser als bei einem Tennismatch. Mit schnellem Schritt erklomm er die Treppe in freudiger Erwartung mit der blonden Russin intim zu werden. Warja war total au\u00dfer Atem, als die beiden die Dachkammer erreichten. Jiri zog seinen Anorak und die Jacke aus und warf ihn auf den Boden. Warja l\u00e4chelte: \u0084Du musst aber hei\u00df sein!\u0093 rief sie. Jiri kroch unter die Decke, Warja folgte langsam. Der jugendliche zarte K\u00f6rper Jiris erregte sie sehr stark. Seit langem hatte sie den Sex nicht mehr<span>\u00a0 <\/span>so lustvoll erlebt.<span>\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Jiri h\u00e4tte gerne an der Seite Warjas die ganze Nacht verbracht, doch das Bett war einfach zu klein. Er verzog sich um zwei Uhr nachts in seine Kammer, in der Hrabac und Jaschek schliefen. Jiri gr\u00fcbelte: <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Was z\u00e4hlt eigentlich am Ende eines Lebens? Sind es die Erfolge im Tennis, im Beruf? Geld und Anerkennung? Die Tatsache ein unsterblicher Held in den Herzen der anderen zu werden? Ist es die Anzahl erotischer Erlebnisse?<span>\u00a0 <\/span>Ist es die Euphorie des Sieges? <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Ist es der Wechsel zwischen Rausch und N\u00fcchternheit? Der Wechsel zwischen den<span>\u00a0 <\/span>Tagen und Wochen der M\u00fche, des Flei\u00dfes und Disziplin und den Sekunden der Hochstimmung. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><o:p><font size=\"2\" face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen war es Mitte Oktober des Jahres 95 geworden. Warja verblieben bis zum Beginn des Semesters nur noch wenige Tage. Sie musste sich B\u00fccher und Hefte beschaffen, die insgesamt 200.000 Lire kosteten. Jeden Nachmittag besuchte sie das kleine Cafe in der N\u00e4he ihrer Unterkunft und nahm einen Cappuccino zu sich. F\u00fcr Lebensmittel hatte sie in &hellip; <a href=\"http:\/\/stevefrontera.de\/?p=10\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">warja in italien<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10"}],"collection":[{"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/stevefrontera.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}