{"id":14,"date":"2012-12-13T22:08:35","date_gmt":"2012-12-13T20:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/stevefrontera.de\/2012\/12\/13\/noch-ein-auszug-aus-meinem-roman\/"},"modified":"2012-12-13T22:08:35","modified_gmt":"2012-12-13T20:08:35","slug":"noch-ein-auszug-aus-meinem-roman","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stevefrontera.de\/?p=14","title":{"rendered":"noch ein Auszug aus meinem Roman"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; tab-stops: 7.0cm\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Svetlana pfl\u00fcckte ein kleines Str\u00e4u\u00dfchen und hielt es unter die Nase, ein s\u00fc\u00dfer sanfter Duft, viel sanfter als der der teuren Parfums lag in ihrer Nase. Sie begann ein Kr\u00e4nzchen zu flechten und legte es um ihr Handgelenk. Sie dachte: \u0084Ich mag die kleinen wilden Bl\u00fcmchen viel lieber als die hochgez\u00fcchteten Orchideen und Lilien. Nein, ich selbst bin keine Lilie, viel eher ein G\u00e4nsebl\u00fcmchen. Kaum ein Junge betrachtet mich, niemand staunt, wenn er mich sieht. Haben die Blumen eigentlich eine Seele? Wenn ich die Wiesenblumen in meiner derzeitigen Stimmung betrachte, scheint es mir sogar recht wahrscheinlich, obgleich ich es mit dem Verstand nicht fassen kann. Eine ganze Reihe Menschen bezeichnet die Wiesen- und Kornblumen als Unkraut. H\u00e4tten die unbedeutenden Bl\u00fcmchen eine Seele, w\u00fcrde es ihnen sicher weh tun, wenn man sie als Unkraut bezeichnen w\u00fcrden. Welchen Sinn au\u00dfer das Herz der Menschen, vielleicht auch das der V\u00f6gel und Bienen zu erfreuen, haben Blumen eigentlich? Wie schnell wird ein Mensch, der nichts leistet, als Unkraut bezeichnet. Viele M\u00e4dchen m\u00f6chten wie die gro\u00dfen Blumen, wie die Lilien und Orchideen sein, sie m\u00f6chten bewundert werden, sie m\u00f6chten, dass die M\u00e4nner sich mit ihnen schm\u00fccken. Aber ich bin mir sicher, wenn die Blumen eine Seele haben, so ist jene der kleinen Wiesenblumen ebenso tiefgr\u00fcndig wie die der Orchideen.\u0093<span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; tab-stops: 7.0cm\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><o:p><font face=\"Times New Roman\">\u00a0<\/font><\/o:p><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; tab-stops: 7.0cm\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Vor zwei Monaten hatte hier noch der Schnee gelegen und das Land mit einer d\u00fcnnen Schicht, wie aus Puderzucker \u00fcberzogen. \u0084Wie froh bin ich, dass er endlich vor\u00fcber ist, der Winter. Der Schnee, er ist ein falscher Geselle, er scheint s\u00fc\u00df wie Zucker und dennoch ist er kalt wie Eis. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Kann man zu den Menschen eine Parallele ziehen? Tragen die Menschen, die sich s\u00fc\u00df wie Zucker geben, vielleicht K\u00e4lte und Falschheit in ihren Herzen? Ich wei\u00df es nicht, denn ich kann nicht in die Herzen der anderen hinein schauen. Viel lieber als der Schnee, ist mir der Sumpf. Er ist warm und weich und in dieser Eigenschaft ist er ehrlich. Er ist<span>\u00a0 <\/span>Sinnbild meiner tr\u00fcben Gedanken, die mich st\u00e4ndig begleiteten.\u0093 Ein B\u00e4chlein, kaum anderthalb Meter breit, schl\u00e4ngelte sich gem\u00e4chlich am Birkenhain entlang. Eine sanfte Brise warf kleine gelbe Bl\u00e4tter von den \u00c4sten. Ein schwarzer langbeiniger Vogel schnappte nach einem d\u00fcnnen Regenwurm. Das Weizenfeld am Horizont schimmerte in kr\u00e4ftigem gelb. Svetlana blinzelte immer wieder, die Sonne blendete sie. Die Sonnenstrahlen verwandelten die Natur in ein seltsam glitzerndes Mosaik. Nie zuvor war ihr die Welt so gelb vorgekommen wie an diesem Tag. Welche Bedeutung haben die Farben, haben sie \u00fcberhaupt eine Bedeutung? Am vergangenen Tag hatte noch ein grauer Schleier \u00fcber der Landschaft gelegen.<o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Svetlana schrieb in ihr Tagebuch: <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Die Stimmung wechselt wie die Farbe des Himmels. Himmel und Stimmung kann tagelang dunkel und grau sein, es kann aber auch nur einige Minuten dauern bis die Sonne am grauen Himmel auftaucht. <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0pt\" class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 11pt\"><font face=\"Times New Roman\">Ich bin nur ein einfaches M\u00e4dchen, ich bin kein gro\u00dfer Dichter. Sehen die gro\u00dfen K\u00fcnstler die Welt mit anderen Augen, haben sie ein anderes Bild der Wirklichkeit, empfinden sie tiefer als ich? Ich glaube nicht, dass Puschkin das Gef\u00fchl der traurigen unerf\u00fcllten Liebe tiefer empfunden hat als ich. Er kann sich nur besser ausdr\u00fccken. Vielleicht empfindet sogar derjenige, der seine Gef\u00fchle nicht ausdr\u00fccken kann, tiefer, weil er mit ihnen alleine bleibt. Er empfindet das Gef\u00fchl in seiner Reinheit und Tiefe, weil er das Gef\u00fchl selbst und nicht die Worte, in das er es gekleidet hat, empfindet. Der Dichter verlagert es von der Brust in den Kopf und von dort auf die Zunge. Nichts kann man so schwer beschreiben wie die Gef\u00fchle. Ist die Sprachlosigkeit gegen\u00fcber der Natur und der Liebe sogar besonders tiefes, weil dem\u00fctiges Gef\u00fchl? Ein Gef\u00fchl, wie es die betenden M\u00fctterchen in der Kirche versp\u00fcren? <o:p><\/o:p><\/font><\/span><\/p>\n<p><font face=\"Times New Roman\">  <\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Svetlana pfl\u00fcckte ein kleines Str\u00e4u\u00dfchen und hielt es unter die Nase, ein s\u00fc\u00dfer sanfter Duft, viel sanfter als der der teuren Parfums lag in ihrer Nase. Sie begann ein Kr\u00e4nzchen zu flechten und legte es um ihr Handgelenk. Sie dachte: \u0084Ich mag die kleinen wilden Bl\u00fcmchen viel lieber als die hochgez\u00fcchteten Orchideen und Lilien. 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