{"id":1401,"date":"2026-07-18T11:37:46","date_gmt":"2026-07-18T09:37:46","guid":{"rendered":"https:\/\/stevefrontera.de\/?p=1401"},"modified":"2026-07-18T11:39:58","modified_gmt":"2026-07-18T09:39:58","slug":"erzaehlkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stevefrontera.de\/?p=1401","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlkunst"},"content":{"rendered":"\n<p>Erz\u00e4hlkunst<\/p>\n\n\n\n<p>Der k\u00fcrzeste Golf Witz unter Hobbyspielern lautet: Ich kann\u2019s. Das k\u00f6nnte auch auf uns Hobby Dichter zutreffen. Zur Erz\u00e4hlkunst ben\u00f6tigt man Fantasie und Sprachkompetenz. Spannung, sprachlich Bilder, Gef\u00fchle.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst hin oder her, ich erz\u00e4hle euch jetzt einfach eine Geschichte. Aus London.<\/p>\n\n\n\n<p>Wimbledon ist nicht nur ein Tennisturnier, sondern auch ein Stadtteil. Mit einer \u00f6ffentlichen Bibliothek und 63 000 Einwohner. Im Allg\u00e4u ist das eine Metropole, in London ein Stadtteil. Dass man mich in Wimbledon nicht Tennis spielen l\u00e4sst, war eh klar, ich bin aber schon etwas stolz, dass ich wenigstens in der \u00f6ffentlichen Bibliothek ein Buch lesen durfte. Alles wirkte etwas abgenutzt und genau das machte den Charme dieser Bibliothek aus. Unsere neue In Augsburg ist weitgehend orange und auf Hochglanz getrimmt, das erinnert an die M\u00fcllabfuhr, nur fehlt der Abfall. Wenn wenigstens einer mal eine Cola Dose vergessen w\u00fcrde, w\u00e4re das Feeling authentischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich las in Wimbledon ein Buch einer konservativen Feministin-&nbsp; Louise Perry, &nbsp;keine schwere Kost.<\/p>\n\n\n\n<p>An David Chalmers und Daniel Danett h\u00e4tte ich mich nicht auf Englisch herangewagt. Ein neues Wort habe ich auch gelernt \u201eempowering\u201c erm\u00e4chtigend. Sex ohne Liebe sei das. Aber das mache ich sowieso nicht. Ich spiele h\u00f6chstens Tennis mit Leuten, die ich nicht mag, auch wenn ich keine Lust dazu habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Tennis nennt man Disziplin, beim Sex Z\u00fcgellosigkeit und Abstumpfung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Zwischen Sex und Tennis gibt es dennoch erstaunliche Parallelen. Es kenne Leute, die jeden Tag dazu stundenlang Lust haben und Leute, die nie dazu Lust haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Luthers Empfehlung Zweimal die Woche ist eine gute Regel, die f\u00fcr Tennis und Sex gilt. Louise Perry ist konservative Feministin, ja das gibt es auch, es gibt auch arme Poeten, die nach Golf HCP 54 spielen. <\/p>\n\n\n\n<p>Perrry ein h\u00e4ufiger Name, eine Wanderung durch den Perry Wood bei Canterbury ist mit in der Erinnerung geblieben, es gibt fast nur Laubb\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p>Was vor 41 in der Nacht vor dem Wimbledonsieg passierte, werde ich nicht erz\u00e4hlen. Was in 41 Jahren in Wimbledon passieren, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei denn, ich werde so alt wie Hans Gadamer 102 Jahre. Die Autokorrektur auf dem Handy machte einst aus Gadamer das Wort Kadaver und ein paar Monate war es dann soweit.<\/p>\n\n\n\n<p>48 equals&nbsp; for times twelve<\/p>\n\n\n\n<p>I am Looking to my shelf<\/p>\n\n\n\n<p>4&nbsp; novels are still unwritten<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Their love is still hidden<\/p>\n\n\n\n<p>48 years ago I really believed in Love<\/p>\n\n\n\n<p>My disappointed soul needs a glove<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle eine weitere Geschichte aus Wimbledon. Wie aus einer gesch\u00fcttelten Colaflasche sprudeln die Erinnerungen. Im Museum befinden sich 400 Jahre alte Tennisschl\u00e4ger und ein 55 Zoll Bildschirm. Nat\u00fcrlich auch der Holzschl\u00e4ger Dunlop Maxplay, den fr\u00fcher fast alle gespielt haben. Nachdem es sich herumgesprochen hatte, dass es ihn in W\u00f6rishofen f\u00fcr 59 Euro gibt, haben die Mitglieder der hiesigen Vereine den Laden leer gekauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zur\u00fcck zum gro\u00dfen tusch screen Bildschirm. Ich scrolle zu 1981. 1981 hat \u00fcbrigens letztmals ein Mann mit einem Holzschl\u00e4ger Wimbledon gewonnen, John Mc Enroe.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer Fingerbewegung kann man die Gewinner der letzten 50 Jahre ausw\u00e4hlen. Wer mich kennt, wei\u00df, dass ich mich vor allem f\u00fcr die Ladies interessiere.<\/p>\n\n\n\n<p>Martina N. gegen Hana M.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war f\u00fcr Hana, gerade mal drei Jahre \u00e4lter als ich, ein Teenager. Braune Augen und braune Haare.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will nun aber nicht weiter von rehbraunen Augen von Teenagern sprechen, das k\u00f6nnte mir zum Nachteil gereicht werden, denken wir an Manuel Hagel, er w\u00e4re beinahe Ministerpr\u00e4sident von Baden-W\u00fcrttemberg geworden, wenn er nicht von den rehbraunen Augen einer Sechzehnj\u00e4hrigen geschw\u00e4rmt h\u00e4tte. Immer noch besser die rehbrauen Augen als bei der Waffen-SS wie G\u00fcnter Grass. Wenn er das fr\u00fcher geoffenbart h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er den Nobel Preis nicht bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nabukov hat den Nobel Preis auch nicht bekommen, ob wohl er 11 Mal nominiert,&nbsp; vielleicht war sein Roman Lolita zu unmoralisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Schw\u00e4rmerei f\u00fcr Hana wird mich nicht vom Nobelpreis abhalten, schon eher mangelnde Erz\u00e4hlkunst, womit wir wieder beim Thema w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tschechinnen standen1981 wie heuer im Finale, nur dass Martina keine mehr sein wollte und als staatenlos antrat. Ob der alte Herr Husak auf dem Hradschin auch zuschaute?? Mir liegt das Lied. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was Machens da in USA Herr Svoboda in den Ohren. &nbsp;Herr Freiheit-&nbsp; Die Freiheit in der CSSR war eine andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klimaanlage im Museum in Wimbledon bl\u00e4st kalten Wind in den Nacken. Es bestehen gute Chancen auch bei 34 Grad auf eine Mandelentz\u00fcndung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erz\u00e4hlkunst Der k\u00fcrzeste Golf Witz unter Hobbyspielern lautet: Ich kann\u2019s. Das k\u00f6nnte auch auf uns Hobby Dichter zutreffen. Zur Erz\u00e4hlkunst ben\u00f6tigt man Fantasie und Sprachkompetenz. Spannung, sprachlich Bilder, Gef\u00fchle. Kunst hin oder her, ich erz\u00e4hle euch jetzt einfach eine Geschichte. Aus London. Wimbledon ist nicht nur ein Tennisturnier, sondern auch ein Stadtteil. 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